Fundament des Eigenheims

Die Grundlage einer Eigenheimfinanzierung bildet der Eigenkapitalstock, den der angehende Eigentümer aus eigenen Mitteln bereitstellt. Banken verlangen in der Regel mindestens zehn Prozent der Investitionskosten. Je mehr Eigenkapital zur Verfügung steht, desto besser: Ab einem Beleihungsauslauf von 60 Prozent erheben die meisten Banken Zuschläge auf den Darlehenszins, die für die gesamte Kreditsumme gelten und somit die Kosten der Finanzierung signifikant in die Höhe treiben.
Bausparverträge sind das klassische Instrument zur Eigenkapitalbildung für alle, die eine Immobilie erwerben möchten. Das Prinzip einer Bausparkasse gleicht dem einer Solidargemeinschaft. Vertragsinhaber zahlen Guthaben an die Bausparkasse und geben sich in der Einzahlungsphase mit einer geringen Verzinsung – meist nicht mehr als 1,0 Prozent im Jahr – zufrieden. Im Gegenzug erhalten sie bei Fälligkeit ihre Guthaben sowie ein zinsgünstiges Bauspardarlehen ausbezahlt. Das Eigenkapital wird damit durch einen günstigen Kredit ergänzt. Wie hoch das Bauspardarlehen ausfällt, richtet sich nach der Summe der geleisteten Einzahlungen und deren zeitlichem Verbleib im Vertrag. Dabei gilt gemäß des Solidarprinzips: Je mehr Guthaben der Bauspargemeinschaft zur Verfügung gestellt werden und je länger dies der Fall ist, desto größer fällt auch der Vorteil durch das Darlehen aus.
Bausparverträge können mit staatlichen Zuschüssen kombiniert werden. Die Arbeitnehmersparzulage kann dabei ebenso genutzt werden wie die Wohnungsbauprämie und Zuschüsse aus der im Jahr 2008 eingeführten Eigenheimrente („Wohn-Riester“).
Das Modell der deutschen Bausparkassen gilt als sehr sicher und resistent gegen (Finanz-)Krisen, weil die Refinanzierung der durch die Bausparkasse ausgereichten Darlehen vollständig über die Einlagen der Bausparer erfolgt.
Bausparkassen bieten ihren Kunden vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und stellen unterschiedliche Tarife zur Verfügung. In einigen Tarifen liegt der Schwerpunkt auf dem schnellen Ansparen eines bestimmten Eigenkapitalstocks, in anderen steht die langfristige Perspektive im Vordergrund. Die Höhe der monatlichen Einzahlungen sowie die Bausparsumme (das ist die Summe aus Vertragsguthaben am Ende der Einzahlungsperiode und dem zur Verfügung stehenden Bauspardarlehen) können Bausparer selbst bestimmen.

Beim Abschluss eines Bausparvertrages wird eine Abschlussgebühr fällig, die sich auf ein bis zwei Prozent der Bausparsumme beläuft und dem Bausparkonto entweder direkt belastet oder aber mit den Einzahlungen verrechnet wird.

Einige Bauspar-Tarife sehen die Möglichkeit vor, am Ende der Einzahlungsperiode auf das Bauspardarlehen zu verzichten und stattdessen rückwirkend eine höhere Verzinsung der Guthaben zu erhalten.
Bausparverträge gehören zu den wichtigsten Formen der Eigenkapitalbildung. Sie eignen sich insbesondere dann, wenn schon lange vor einem Bau- oder Erwerbsvorhaben mit dem Sparen begonnen werden soll.