Hypothekenfinanzierung
Worauf Verbraucher achten müssen
Der Weg in die eigenen vier Wände zählt zu den größten Herausforderungen des Lebens. Das Eigenheim bietet Lebensgrundlage für die Familie und Basis einer soliden Altersvorsorge in einem. Bei der Finanzierung einer Immobilie gilt es deshalb, so strukturiert wie möglich vorzugehen um Fehler zu vermeiden. Die nämlich können schnell fünfstellige Beträge kosten. Um eine Immobilienfinanzierung erfolgreich zu bewältigen, müssen Verbraucher sich mit den Eigenschaften eines Hypothekenkredits vertraut machen. Zunächst gilt es zu klären, ob eine variable Verzinsung oder eine Zinsfestschreibung mit der darlehensgebenden Bank vereinbart wird. Bei einer variablen Verzinsung richtet sich der Darlehenszins an einem Referenzzinssatz aus. Meist wird er aus einem Geldmarktsatz, wie etwa dem 3-Monats-Euribor, abgeleitet.
Variable Verzinsungen bergen ein Kostenrisiko: Steigen die Kapitalmarktzinsen im Verlauf der (oft sehr langen) Tilgungsperiode an, muss der Kreditnehmer zusätzliche Belastungen tragen. Wer dieses Kostenrisiko scheut, sollte mit seiner Bank eine Zinsbindung vereinbaren. Diese schreibt den Darlehenszins für einen bestimmten Zeitraum oder auch die gesamte Laufzeit fest. Diese Sicherheit muss in der Regel mit einem Aufschlag auf den Zins bezahlt werden.
Wie hoch dieser Aufschlag ausfällt, hängt von den Bedingungen am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme ab.
Sind die Kapitalmarktzinsen bei Aufnahme eines Kredites niedrig, lohnen sich Zinsbindungen in jedem Fall. In Hochzinsphasen – diese finden sich meist am Ende eines konjunkturellen Aufschwungs – macht es wenig Sinn, die Zinsen für einen langen Zeitraum zu fixieren. Da der zukünftige Zinssatz jedoch nicht mit Sicherheit prognostiziert werden kann, bleibt dem Kreditnehmer in einem Umfeld hoher Finanzierungskosten nur die Möglichkeit, sich kostenfreie Sondertilgungen einräumen zu lassen und dann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt umzuschulden.
Alternativ zu einer Zinsbindung können Kreditnehmer ein Zinscap im Darlehensvertrag festschreiben lassen. Dieses begrenzt für einen bestimmten Zeitraum den Darlehenszins auf einen bestimmten Satz. Der Zins kann dann zwar trotzdem ansteigen – das Kostenrisiko aber ist begrenzt.
Wie hoch die Zinsen einer Immobilienfinanzierung ausfallen, richtet sich nicht nur nach den Bedingungen des Kapitalmarktes. Auch zwischen den Anbietern bestehen mitunter erhebliche Unterschiede. Günstiger als die Hausbank sind oft Direktbanken, die kein eigenes Filialnetz unterhalten. Eine Alternative können Hypothekenvermittler sein. Diese vergleichen die Konditionen vieler Banken miteinander und suchen gezielt nach dem für die jeweiligen Belange besten Angebot. Die Leistung der Vermittler ist für den Kunden dabei kostenfrei. Je höher der Fremdkapitalanteil einer Finanzierung ausfällt, desto höher ist auch der Zins. Als kritischer Wert gilt ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent – wird mehr Fremdkapital benötigt, steigt der Zins. Es macht also mitunter durchaus Sinn, ein Bau- oder Erwerbsvorhaben zu verschieben und zusätzliches Eigenkapital anzusparen.
Schließlich sollte geprüft werden, welche staatlichen Hilfen bei der Finanzierung in Betracht kommen. Dabei sollte das Augenmerkt vor allem auf Darlehensprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau gerichtet werden. Hier lassen sich aufgrund des Förder-Charakters oft sehr günstige Konditionen erzielen. Auch die Eigenheimrente kommt als Finanzierungshilfe in Betracht.
Für kurzfristige Nöte kann auch ein Sofortkredit helfen